Für mich ist es zu einem Ritual geworden, am Abend mit unserem Hund ausgedehnte Spaziergänge zu machen. Für diesen Wochenauftrag habe ich deshalb auf diesen abendlichen Spaziergängen ganz besonders auf die Natur geachtet und versucht, sie mit allen meinen Sinnen zu erfassen.
Die Natur hat eine sehr beruhigende Wirkung auf mich. Wenn ich alleine draussen bin, kann ich sehr gut abschalten. In der Nacht ist diese beruhigende Wirkung noch viel stärker, da alles sehr still ist. Auf einem Nachtspaziergang sind aber nicht alle Sinne gleich stark angesprochen. Der Sehsinn ist in der Nacht zweitrangig. Man hört, riecht und fühlt dafür viel mehr. Auf meinen Spaziergängen höre ich den Wind, meine Schritte auf dem Boden, oder ganz leise im Hintergrund den Verkehr der Autobahn. Auch wenn man sich bewusst auf den Geruchssinn konzentriert, kann man viele Gerüche ausmachen. Beispielsweise konnte ich den nahe gelegenen Wald, oder das feuchte Gras riechen.
Wenn ich in der Natur bin, gibt mir das sehr viel. Es wird mir auch oft bewusst, dass ich selber nur ein kleiner Teil der Natur bin. Es gibt Momente und Orte, an denen ich die Natur mit viel Ehrfurcht betrachte. Ich vergesse nie die Grösse der Wälder in Kanada. Der Ausblick über Kilometer und Kilometer von Wäldern raubte mir damals den Atem. In solchen Situationen ist es aber auch wichtig, sich bewusst zu sein, dass man auch als kleiner Bestandteil der Natur Schaden zufügen kann.
Das ich mich mit der Natur sehr verbunden fühle, hat sicher auch einen Einfluss auf meine Einstellung zur Nachhaltigkeit. Ich könnte mir ein Leben ohne Natur nicht vorstellen. Darum tue ich auch viel, um sie zu schützen. Ein Beispiel dafür ist, dass ich versuche, möglichst nur Recyclingpapier zum Drucken zu gebrauchen, da für die Herstellung von Papier viele Bäume gefällt werden müssen. Auch bei anderen Dingen versuche ich immer die Natur im Hinterkopf zu behalten und auf sie zu achten. Denn ich möchte ja, dass auch die nächsten Generationen noch Freude an der schönen Natur haben können.
Liebe Julia
AntwortenLöschenWas für eine super Idee, wieder einmal nachts in die Natur zu gehen! Wie lange habe ich das nicht mehr gemacht, dabei ergeht es mir dabei jeweils wie dir. Die Intensität des Erlebens ist enorm, die Wahrnehmung völlig verändert.Da werden aus Bäumen Monster oder aus Steinen wilde Tiere. Jedes herabfallende Blatt tönt nach Angriff von hinten.Die Natur zeigt sich von einer unbekannten aber auch unheimlichen, manchmal angstauslösenden Seite. Damit ich Nachtspaziergänge wirklich geniessen kann, brauche ich daher immer eine Begleitung.
Ich denke, dass solche Erlebnisse gerade auch für Kinder unvergessliche Momente bringen und den Bezug zur Natur ganz sicher positiv verändern.
Vielleicht treffen wir uns ja mal auf einem Nachtspaziergang - nicht erschrecken!
Nelly LG06Ea