Dienstag, 17. März 2009

Natur in Rufi

Natur pur - für viele ein Luxus, für mich, hier in meinem 400-Seelen-Dörfchen, manchmal auch schon nerviger Alltag. Während andere nach knappen 5 Minuten Fussmarsch im Stadtzentrum sind, bringt mich der Regionalbus gerademal 1x in der Stunde ein bisschen näher in die Zivilisation. Aber wie gesagt, für viele ist diese ( zum Teil noch) unberührte Natur, wie iches hier in Rufi antreffen darf, purer Luxus und auch ich geniesse dann und wann die Schönheiten, die diesen grünen, unberührten Landschaften mit sich bringen. So war der Spaziergang für den dieswöchigen Blogauftrag auch nicht ein erstmaliges Erlebnis. Um zur Ruhe zu kommen und meine Gedanken zu ordnen, gehe ich oft spazieren. So beschloss ich also auch diese Woche, meine übliche Spazier-Route zu wählen, diesmal aber jedoch mit dem Vorsatz, speziell auf die Natur zu achten und alles genau wahrzunehmen. Schon nach den ersten paar Metern bemerkte ich, wie wunderschön warm es in den letzten Tagen geworden war. Die wohltuende Frühlingswärme konnte endlich die Oberhand über die beissende Winterkälte gewinnen. Nachdem ich einige Meter des Weges zurückgelegt hatte, bemerkte ich, dass 3 Schafe auf der Weide neben mir grasten. Sie verbringen den Winter jeweils im Stall und sind erst wieder im Frühling auf dieser Wiese anzutreffen. Ein weiteres Zeichen für den nahenden Frühlingsbeginn. Ich fühlte mich gut. Die Luft war frisch und rein, mit jedem Atemzug, den ich einatmete, fühlte ich, wie mein Kopf klarer, und ich langsam ruhiger wurde. Die letzten Wochen waren sehr stressig. Die Bachelorarbeit sowie die Bewerbungssituation liessen in letzer Zeit kaum Raum für Ruhe und Erholung. Deshalb genoss ich diesen Spaziergang, der mir einmal Zeit zum abschalten ermöglichte, sehr. Nach einer Weile erreichte ich den kleinen Kiesweg, der an einem Bach entlang führte. Während ich dem Plätschern lauschte, sah ich plötzlich in der Ferne einen Fischreiher. Diese Vögel sind in dieser Gegend häufig anzutreffen, jedoch hatte ich schon lange keinen mehr während einem Spaziergang entdeckt. Der Kiesweg mündet in einen kleinen Wald. Langsam durchstreifte ich das Wäldchen und entdeckte bereits die ersten Knopsen, die überall zu spriessen beginnen.

Während des ganzen Spaziergangs begegnete ich nur 2 anderen Menschen. Dies sicherlich auch daher, da am Montagnachmittag um 2 Uhr viele Leute noch arbeiten müssen.

Spaziergänge dieser Art sind, in der heutigen Zeit und für viele Menschen, wie ich dies bereits zu Beginn erwähnt habe, ein Luxus geworden. Ich bin in der privilegierten Situation, dass ich diese, beinahe unberührte Natur sozusagen noch vor der Haustüre auffinden kann. Nach dem Spaziergang fragte ich mich, wie lange wohl diese Gegend noch so völlig unberührt und unbebaut bleiben würde. Wird dieses Gebiet nach 10-20 Jahren ebenfalls verbaut sein? Werden meine Kinder, oder Grosskinder, auch noch die Möglichkeit haben, die Natur, in ihrer unberührten Form, geniessen zu können? Oder werden sie dafür bereits künstlich angebaute Parks und Zoos besuchen müssen?

2 Kommentare:

  1. Hallo Nadia
    Ich bin auch der Meinung, dass das Wohnen in einem Gebiet wie unserem ein Privileg darstellt, das nicht viele Leute geniessen können. Hast du z.B. einmal die Nummernschilder der von mir ach so geliebten Wochenend Skater genauer betrachtet? Viele von denen kommen z.T. von weit her um in unserer Gegend ihre Freizeit zu verbringen (ob das für uns ein Vor- oder Nachteil sein soll bleibe mal dahingestellt), während wir hier jeden Tag wohnen dürfen.
    Ich hoffe auch, dass meine Kinder und Kindeskinder diese Gegend später genauso geniessen können, wie wir das im Moment tun.

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  2. Hallo Nadia

    Du hast recht. Das "sich Beschäftigen" mit Dingen, die die Natur erzeugt, kann uns wunderbar entspannen. Ich habe diese Woche einen Spaziergang in einem gewöhnlichen Forstwald gemacht. Dabei habe ich ganz Ähnliches erfahren wie du. Das Entdecken der Natur, bei mir im speziellen Geräusche und Gerüche, brachten mich dazu wie die Natur ruhiger und gelassener zu werden. Diese Erfahrungen sollen auch unsere Kinder und Enkelkinder machen können. Dafür ist es aber wichtig(wie du angedeutet hast), dass naturnahe Aussenräume vor menschlichen Übergriffen bewahrt bleiben.
    Lg
    Nina Vadas LG06Cb

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