Donnerstag, 12. März 2009

Meine „nachhaltige“ Woche

Achtsam wahrnehmen, achtsam leben!, hab ich auf meinen Post-It gekrizelt und ihn anschliessend an meine Zimmertür geheftet. So sehe ich ihn nun jeden Tag, wenn ich aus meinem Zimmer gehe. Nervig, irgendwie, doch ich beschloss, mich wirklich auf das Experiment einzulassen und während der ganzen Woche einmal bewusst wahrzunehmen, wie achtsam ich auf Nachhaltigkeit in meinem Alltag eigentlich bin. Schon am Montag wurde ich ein erstes Mal mit Nachhaltigkeit konfrontiert. Ich wollte mir in St.Gallen im Migros nur noch rasch ein Brötchen kaufen, um es anschliessend auf dem Nachhauseweg im Zug zu essen. Vor dem Migros: „Ou nein, irgendso ein Vertreter, mit Notizbrett, der mir wieder irgendetwas andrehen möchte!“ Ich versuche, schnellstmöglich wegzueilen, doch, er hat mich schon entdeckt: “Hast du mal eine Minute für die Umwelt?“ Au nein...auf so etwas habe ich nun eigentlich wirklich keine Lust....Da kam mir der Gedanke meines gelben Post-It’s und ich dachte, „Okay, 5 Minuten hab ich doch!“ Der junge Mann war von einer Gesellschaft, die Solarunternehmen unterstützen und erklärte mir, wie wichtig Solarenergie ist und wie effizient man diese einsetzen kann. Normalerweise höre ich mir das „Gerede“ solcher Vertreter kaum an. Ich denke mir immer: „Jaja, schon wieder irgend so ein Hilfswerk, dass mir wieder Geld abzapfen will, dass ich, aufgrund meines Studentenlebens sowieso nicht habe. Aber aus irgendeinem Grund hörte ich dem jungen Herrn doch aufmerksam zu. Nach dem erschreckenden Film von Al Gore wäre es wirklich ratsam, die Welt würde erkennen, dass wir unseren CO2-Verbrauch drastisch senken sollten- und Solarenergie ist hierfür sicherlich ein interessanter Ansatz. Schlussendlich stimmte ich dem Vertreter zu, dass er mir ein Informationspaket nach Hause schicken darf, in dem ich mich weiter über diese Gesellschaft informieren kann.
Auch am Dienstag erinnerte mich mein gelbes Zettelchen an die Nachhaltigkeit. Nach der Pause in der Mensa, lief ich mit meinem leeren PET-Fläschchen auf den Papierkorb zu und wollte das Fläschchen schon hineinlegen, als mir auf einmal bewusst wurde, dass PET ja eigentlich wirklich nicht in den Papierkorb gehört. Ich drehte mich um und entdeckte neben der Tür eine PET-Sammelbox, die mir vorhin noch gar nie aufgefallen war. So warf ich mein Fläschchen schlussendlich in diese Sammelbox.
Mittwochs ist jeweils mein freier Tag. In letzter Zeit ist „frei“ jedoch das falsche Wort: Arbeiten an der Bachelorarbeit ist angesagt. Dieser Mittwoch hatte ich mir vorgenommen, meinen Theorieteil zu überarbeiten. So sass ich bereits 3 Stunden am Computer, als mir in den Sinn kam, dass ich noch etwas für das Wochenende einkaufen musste. Wenn ich normalerweise nur für 1 Stunde aus dem Haus muss, lasse ich den Computer einfach laufen. Wenn ich ehrlich bin, tue ich dies wohl aus Faulheit und Ungeduld, da ich anschliessend, wenn ich zurückkomme, nicht 3 Minuten warten möchte, bis der Computer alle Programme wieder hochgefahren hat. Doch ein Blick an meine Zimmertür und ich dachte mir: PC abstellen!

Es ist schon unglaublich, was einem alles für Gedanken zur Nachhaltigkeit kommen, wenn man sich wirklich einmal damit befasst und seinen Alltag bewusst wahrnimmt. Ich fand das „Experiment“ bis jetzt interessant und hoffe, dass ich meine „nachhaltigen“ Vorsätze auch weiterhin umsetzen kann.

2 Kommentare:

  1. Ganz schön beeindruckend, wie viel wir im Alltag nachhaltigen Dingen und Handlungen begegnen. Mir ging es zu Beginn des Experiments etwa gleich wie dir und dachte, typisches PH-Experiment...Aber ich fand deine Ausführungen zu kleinen Dingen spannend, und ich bin überzeugt, dass man im Kleinen aktiv werden muss um Grosse bewirken zu können. Genau solche kleine Unterschiede wie du erzählt hast, ob die Pet-Flasche im Abfall oder in der Sammelstelle landet brauchen kaum mehr Aufwand jedoch das Bewusstsein dazu. Und genau dafür ist ein solch kleine Post-it goldwert!
    Nimmt mich ja wunder, was dieses Informationspaket auslösen wird, oder ob es ökologischer gewesen wäre, es gar nicht loszuschicken... ;-)

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  2. Hallo Nadia
    Diese Leute kenne ich absolut, von welchen du erzählst. Wir gehen ihnen meistens aus dem Weg, weil uns die Zeit wertvoll ist und wir uns belästigt fühlen. Wenn man den Leuten jedoch genau zuhört, realisiert man, dass sie gute Argumente haben und mit allen Mitteln für die Nachhaltigkeit der Umwelt sorgen. Dies bewundere ich. Es gibt jedoch auch solche Hilfsaktionen, welchen es nur ums Geld geht, was sie für sich beanspruchen. Ich finde es wichtig, dass man aufpasst, wo man beitritt und auch wohin das Geld geht. Ausserdem haben diese Leute nicht selten einen aufdringlichen Charakter, was sehr unangenehm ist. Aus diesem Grund gehe auch ich auf Abstand. Man sollte sich aber auf jeden Fall um die Umwelt kümmern und sich die Missstände auch ins Bewusstsein rufen.

    Marina Glaus, LG06Ef

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