Mittwoch, 4. März 2009

Mein Kaffee

Was wäre ein Morgen ohne Kaffee? Ich stehe auf, schalte meine Kaffeemaschine ein, fülle den Kolben mit braunem Pulver und lasse mein liebstes Getränk aus der Maschine fliessen. Klingt recht simpel. Beim genauen Hinschauen ist es aber ein bisschen aufwändiger.

Die Reise meines Kaffees, dem Engagement Espresso von der Migros, begann in Zentral- und Südamerika und in Afrika. Dort wurden die reifen Früchte von Hand von den Sträuchern geerntet. Die Ernte findet ein Mal pro Jahr statt. Nördlich des Äquators zwischen September und Dezember, südlich des Äquators zwischen April und August. Die Ernte dauert bis zu 12 Wochen, da nicht alle Früchte gleichzeitig reif sind. Nach der Ernte wird das Fruchtfleisch von den Bohnen entfernt. Dies kann trocken oder nass geschehen. Nachdem die Bohnen noch sortiert wurden, ist der Rohkaffee fertig.

Damit der Kaffee sein bekanntes Aroma entfalten kann, müssen die Bohnen noch geröstet werden. Die Dauer der Röstung hat einen Einfluss auf den Geschmack des Kaffees. Nachdem der Kaffee geröstet wurde, wird er abgepackt und verkauft. Irgendwo dazwischen wurde der Kaffee aber noch nach Europa transportiert. Wann und wo die Röstung meines Kaffees stattgefunden hat, konnte ich leider nicht herausfinden.

Bereits jetzt waren viele Menschen in die Produktion der Bohnen involviert. Der Kaffee wurde in der Schweiz aber auch noch im Laden ins Gestell geräumt und von der Kassiererin verkauft. In diesen gesamten Prozess sind wiederum sehr viele Menschen involviert.

Wichtig war mir jedoch, den Weg des Kaffees und die Arbeitsschritte kennen zu lernen. Was mir dabei ins Auge gestochen ist, ist diese Darstellung der Zusammensetzung des Kaffeepreises.

44.9 % Steuern, Zölle, Frachtkosten
23.7% Einzelhandel
17.8% Händler und Röster
8.5% Plantagenbesitzer
5.1% Löhne der Arbeiter

Fast die Hälfte des Preises, den wir für Kaffee bezahlen, ist für Steuern, Zölle und Frachtkosten. Der Einzelhandel kommt aber auch relativ gut weg. Auch die Händler und die Röster erhalten ihren Teil. Den kleinsten Teil erhalten die Arbeiter, die den Kaffee ernten und sortieren, obwohl diese mit ihrer Arbeit einen sehr wichtigen Beitrag im Prozess leisten.

Diese Erkenntnisse unterstützen meinen Entscheid, nur noch Fair Trade Kaffee zu kaufen. Damit habe ich schon vor längerer Zeit begonnen. Die Stiftung Max Havelaar garantiert, dass die Arbeiter zu fairen Löhnen arbeiten. Ebenfalls legt die Stiftung Wert auf eine umweltschonende Produktion. Dies ist in der heutigen Zeit sehr wichtig.

2 Kommentare:

  1. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  2. Hallo Julia

    Deine Darstellung der Zusammensetzung des Kaffepreises zeigt auf, wie unfair die Lohnverteilung bei nicht fair gehandelten Produkten ist.
    Auch mir wird immer bewusster, wie wichtig es ist, beim Kauf von Produkten wie Schokolade, Kaffe, Bananen etc., den Aspekt des Fair Trades zu beachten.
    Denn bekanntlich verdienen die Plantagearbeiter und Kleinbauern, die am härtesten arbeiten bei nicht fair gehandelten Produkten am wenigsten. Ich habe gerade gelesen, dass die Arbeiter auf solchen Plantagen oft mehr als zwölf Stunden am Tag arbeiten.
    Das Problem ist nur, dass sich die meisten Menschen beim Kauf solcher Produkte dessen nicht oder zu wenig bewusst sind und deshalb nur auf den Preis achten.

    Nina Vadas LG 06Cb

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