Meine Jeans-Hose...Ein beliebtes Kleidungsstück, blau,bequem und mit fast allem kombinierbar und, dank H&M und Made in China, wie mir das kleine Zettelchen hinten am Hosenbund verrät, auch noch mit meinem Studentenbudget erschwinglich.
Doch, welchen Weg legt meine Jeans eigentlich zurück, vom Rohprodukt der Baumwolle, bis zum pfannenfertigen Produkt, welches ich schlussendlich aus dem Verkaufsregal ziehen kann?
Nach dem ich ein bisschen im Internet recherchiert habe, stiess auf die Seite www.e-globalisierung.org, die beschreibt, welche Etappen mein Kleidungsstück zurück legt.
Die Reise startet in Indien, wo die Baumwolle für meine Jeans angebaut und geerntet wird. Weiter gehts, in die 4800 km entfernte Türkei. Hier wird die Baumwolle zu Garn gesponnen. 15000 km weiter, in China, wird das Garn gefärbt. Zurück in Europa, in Polen, wird das Garn zu Stoff zusammengewoben. Für die Produktion von den Zusatzteilen, wie Nieten, Reisverschlüssen und Waschanleitungen reist mein Kleidungsstück weiter, z.B. nach Frankreich. Und schon werden weitere 42000 km zurückgelegt, in die Phillipinen, wo alle Kleidungsstücke und Zusatzteile schlussendlich zusammengenäht werden. Wenn meine Jeans noch richtig verwaschen aussehen soll, reist sie noch weiter nach Griechenland, wo ihr durch das Stonewashing den letzten Schliff verliehen wird. Und so legt die zum Schluss die letzten Kilometer zurück, in das Verkaufsregal vom H&M, aus dem ich sie schlussendlich ziehe, mit satten 54000 km zurückgelegtem Weg auf dem Kilometerzähler.
Ja, grundsätzlich bin ich hoch-erfreut, wenn ich eine Hose finde, die mir gefällt, sitzt und die ich mir dazu auch noch leisten kann! Gedanken darüber, welchen Weg diese Hosen, mit Zettelchen Made in Irgendwo jedoch bereits zurückgelegt haben, und was dies alles für die Umwelt und auch die Arbeiter und Arbeiterinnen in diesen Ländern bedeutet, habe ich mir jedoch noch nie gemacht. Wenn meine Jeans im Geschäft schlussendlich 69.90 Fr. kostet, wird der Baumwollbauer in Indien wahrscheinlich nicht mehr waaahnsinnig viel von diesem Betrag erhalten. Diese Internetseite hat mich sicherlich darauf aufmerksam gemacht, vermehrt auf die Zettelchen in der Innenseite meiner Kleidungsstücke zu achten. Ob ich jedoch wirklich nur noch Kleider kaufe, auf denen Made in Switzerland steht, ist fraglich...Für das liebe ich das Einkaufen im H&M und Co wahrscheinlich einfach zu sehr...!
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Hallo Nadia
AntwortenLöschenIch habe deinen Text über die Reise einer Jeans spannend und auch amüsant gefunden. Ich finde, du bist sehr ehrlich geblieben, denn eine Jeans aus der Schweiz wäre für ein Studentenbudget eine grosse Katastrophe - zumal es sowieso kaum Kleider zu kaufen gibt, die in der Schweiz hergestellt wurden. Ich denke, wir können aber unseren Beitrag leisten, indem wir unsere "möchte-ich-haben-Artikel" miteinander vergleichen und so vielleicht eher das umeweltfreundlichere und fair hergestellte Produkt einem anderen vorziehen.
Liebe Nadja
AntwortenLöschenWirklich unglaublich, unsere Jeans sind richtige Weltenbummler. Bei solchen Geschichten denke ich auch immer wieder, wo bleibt denn nur die Kostenwahrheit? Wieviel würde wohl eine Jeans im Laden kosten, wenn durch denen Verkauf alle beteiligten ArbeiterInnen einen überlebenssicherden Lohn bekämen?
Was mich aber noch wütender macht ist, dass selbst wenn wir bereit sind mehr für unserer Kleider zu zahlen, wir keine Gewähr haben, dass Sozialleistungen ect. für alle stimmen. Es fehlt entschieden die Transparenz! Die Etikette "Made in Switzerland" besagt nach meinen Informationen nur, dass der letzte Arbeitsschritt hierzulande gemacht wurde... was nützt uns das?
nelly picmous LG06Ea