Donnerstag, 19. März 2009

5. Auftrag "Spaziergang im Menzlen-Wald"

Wenn ich zuhause bin, dann ergeben sich meine Tätigkeiten und Handlungen von alleine. Entweder räume ich auf, arbeite, lese oder esse etc. Selten tue ich etwas, dass ich nicht schon oft gemacht habe. Für gewöhnlich drehe ich meine Runden mit unserem Hund im komplett überbauten Wohn-Quartier. Selten schlagen wir aus Zeitgründen neue Wege ein.

Diese Woche nahm ich mir bewusst Zeit für einen ausgedehnten Spazier­gang mit unserem Hund im Wald, der oberhalb des „Schlössliquar­tiers“ in Bruggen (meinem Wohnort) liegt. Es ergab sich eine völlig andere Situation als zuhause oder bei den üblichen „Quartierrunden“. Im Wald konnte ich meine Hündin frei laufen lassen. Ihr Bewegungsdrang und ihre Freude am Herumstöbern nahmen mich gefangen. Ich versuchte ihr zu folgen und lief eine Weile, abseits der Wege, hinter ihr her. Allmählich ging mir die „Puste“ aus. Ich wurde langsamer, gelassener und begann die Geräusche um mich herum wahrzunehmen. Ich hörte keinen Autolärm, keine Baumaschinen, etc. Eben nichts, was ich für gewöhnlich auf Hundespaziergängen oder beim Weg zum Bahnhof höre. Vielmehr nahm ich raschelnde Blätter, Vogelgezwitscher, meine eigenen Schritte und die Geräusche, welche mein Hund machte, wahr. Die Vielfältigkeit der Geräusche und das Ungewohnte brachten mich dazu ganz genau hinzuhören. Mit den Gerüchen erging es mir ganz ähnlich. Die Vielfältigkeit der ungewohnten Düfte und Ausdünstungen war erstaunlich. Auch hier fesselte mich das Erfahrene und ich war auf’s Äusserste angespannt. Allmählich fand ich mich in der neu erfahrenen Umgebung besser zurecht, ermüdete aber gleichzeitig ein wenig. Ich wurde allmählich ganz ruhig und schritt langsam, ein gleichmässiges Geräusch erzeugend durch das Laub, das den Boden zu einem grossen Teil bedeckte. Ich dachte an gar nichts mehr, ich wusste nicht einmal mehr wo die Hündin war. Ab und zu meinte ich sie irgendwo zu hören. Ich fühlte mich zwar nicht eins mit dem Wald, aber ich spürte, dass ich mich an ihn anpasste. Ich war nicht hektisch, schweifte nicht mit den Gedanken herum und konzentrierte mich ganz auf die Geräusche und Gerüche. Den hektischen, gewohnten Alltag schien ich für einen Moment zu vergessen. Irgendwann gelang ich zu einem begangenen Weg und merkte, dass ich mich auf den Rückweg machen sollte, bevor es eindunkelte.

Es ist sicher ganz wichtig, dass es Aussenräume gibt, die nicht ganz vom Menschen gestaltet sind. Nur so können alle Menschen merken, wie sie sind bzw. wie sie sich von der Natur unterscheiden. Diese Erfahrungen dürfen auch unseren Nachfahren nicht verloren gehen. Dies ist nur möglich, wenn die "Natur" soweit als möglich geschützt oder sogar sich selber überlassen wird. Durch den Spaziergang im Wald ist mir das wieder einmal sehr bewusst geworden. Es ist wichtig, dass sich alle Menschen bewusst sind, dass möglichst naturnahe Aussenräume vor zu einschränkenden menschlichen Eingriffen bewahrt bleiben.

1 Kommentar:

  1. Liebe Nina

    Den Menzlen-Wald kenne ich auch, der ist sehr schön! Ich gehe auch oft mit unserem Hund dort spazieren.
    Schön finde ich, dass du so ein tiefgründiges Erlebnis hattest im Wald. Dass du sogar deine Hündin vergessen hast, ist ein Zeichen, dass du dich der Natur wirklich hingegeben konntest.
    Ich finde auch, dass man die Natur aus diesen Gründen auch für die nächsten Generationen schützen muss!
    lg Julia Ellenberger, LG 06b

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