1. Artikel: Wohnhaus mit Energieüberschuss
Professor Martin Grosjean, Klimaforscher an der Universität Bern, stellt fest, dass die Schweiz, abgesehen von Ausnahmen, die Entwicklung von erneuerbaren Technologien verschlafen habe.
„Energieeffizienz ist die billigste Form von Energie, die wir zur Verfügung haben.“ , sagt der CEO von Chevron-Texaco, einem der Weltgrössten Energiekonzerne. Das ist auch der Leitsatz des schweizer Architekten J. Graf, der sich seit 30 Jahren mit Energieeffizienz und Ökologie beschäftigt.
In Bernau (Bezirk Einsiedeln) plant er in denkmalpflegerisch anspruchsvoller Umgebung, das erste Plusenergie-Mehrfamilienhaus, das auch mit ortsgerechten Mieten (nur 15% Mehrkosten) überzeugen will. Das Ziel ist, ein Gebäude zu erstellen, das sich komplett selbst mit Energie versorgt und sowohl überschüssigen Ökostrom ins Elektrizitätsnetz, als auch Warmwasser für ein Nachbargebäude liefert.
Dieses hohe Ziel benötigt ein besonderes Bau- und Energiekonzept mit entsprechender Technik: kompakte Gebäudeform, hochwärmegedämmte Gebäudehülle, Photovoltaik- Anlage auf dem Dach und in der Fassade. Die Mieter können mit Hilfe eines sogenannten Bonus-Malus-System auf einem Display jederzeit Energiekonsum und Guthaben abrufen und so ihre Kosten kontrollieren. In speziell kalten Wintern können mit Kleinspeicher-Holzöfen Mehrkosten verhindert werden (gratis Holz durch Hauseigentümer).
Das erstaunliche an diesem Haus, das eigentlich ein Energie-Kraftwerk darstellt, ist, dass ausser für die Herstellung überhaupt keine Energie verbraucht (kein CO2-Ausstoss) wird.
Jährlich wird voraussichtlich, laut den Planern, 12000 Liter im Jahr eingespart.
Wenn alle Häuser so gebaut würden, wäre für das Wohnen überhaupt kein Energieimport mehr notwendig. Damit würde der Energie-Verbrauch endlich nicht mehr weiter gesteigert, sondern reduziert. Wenn Industrie und Transport/ Mobilität ebenfalls solche Fortschritte machen würden und dies weltweit, gäbe es überhaupt keine Klima- bzw. Energieproblematik mehr.
Quelle: St.Galler Tagblatt, Montag 23. Februar 2009
2. Artikel: Elektrizität vom Scheunendach
„Die Sonne als Wärmeenergie und „Stromliferant“ wird heute viel zu wenig genutzt. Wie sich das für Bauern ändern könnte, wurde an der HV der Bäuerlichen Vereinigung Rorschach gezeigt.“
Tomas Böni referiert vor bäuerlichen Zuhörern, wie mit einer Photovoltaikanlage, auf einem Scheunendach (nach Süden gerichtet) Gleichstrom aus Sonnenstrahlen hergestellt werden kann. Dieser Gleichstrom wird mit einem speziellen Gerät in Wechselstrom verwandelt und ins öffentliche Verteilnetz eingespeist.
In diesem Artikel wird weiter verdeutlicht, dass Berechnungen aufzeigen, wie die direkte Nutzung der Sonnenenergie um ein Vielfaches effizienter ist, als die Energieerzeugung aus Biomasse. Das Problem für eine schnelle Verbreitung dieser Energiegewinnung sind einzig die hohen Kosten. Es wird jedoch damit gerechnet, dass die Kosten sinken werden.
Energieförderprogramme sollen diese umweltfreundliche Nutzung fördern. Die Anwesenden unterzeichneten deshalb eine Petition, um die Fördermassnahmen in St. Gallen zu erweitern.
Auch in diesem Artikel geht es darum, die Nutzung der Sonnenenergie auf Häusern voranzutreiben. Somit wird eine umweltfreundlichere Energieversorgung auch auf dem Land erreicht. Landwirtschaftliche Gebäude mit ihren grossen Dächern bieten optimale Voraussetzungen, um die Sonnenenergie zu nutzen. Auch dies würde zur Energieeinsparung beitragen und somit einen grossen Beitrag für nachhaltige Zukunft leisten.
Quelle: St.Galler Tagblatt, Dienstag 24. Februar 2009
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Liebe Nina
AntwortenLöschenIch haben den Bericht über das Haus, welches eine Art Kraftwerk darstellt auch gelesen. Ich finde es sehr erstaunlich und würde mir auch wünschen, dass solche Fortschritte auch in anderen Bereichen erzielt werden könnten. Wer weiss, vielleicht ist dies ja schon bald der Fall. Ich kann mir auch gut vorstellen, dass in naher Zukunft der Nutzung der Sonnenenergie einen noch höheren Stellenwert zugesprochen werden wird.
Liäbi Grüäss
Tamara