Freitag, 13. März 2009
Lichterlöschen
Meine Familienmitglieder haben mich nach dieser Post-It-Zettel-Aktion ein bisschen komisch angeschaut. Wurden wir doch von unserer Mutter schon früh dazu erzogen, das Licht in einem Raum, den wir verliessen, zu löschen. Ich selber habe zu Beginn auch gedacht, die Post-Its würden wahrscheinlich nicht viel ändern, ich halte mich selber ja eigentlich für einen sehr nachhaltigen Menschen.
Doch im Verlaufe der Woche ist mir, und auch meiner Familie, durch die Zettel aufgefallen, dass wir doch nicht so konsequent die Lichter löschten, wie wir dachten. Da geht man mal kurz in die Küche und vergisst, das Licht im Zimmer zu löschen. Aus dem kurzen Gang in die Küche wird ein längerer Aufenthalt und das Licht im Zimmer brennt und brennt und brennt.
Ich habe dann begonnen, das Licht wirklich in jedem Raum, den ich verliess zu löschen. Mein Ziel war, dass wenn ich alleine zu Hause war, nur jeweils eine Lampe brannte. Das Ziel habe ich dann Ende Woche wirklich erreicht.
Aber nicht nur auf die Lampen habe ich durch diesen Auftrag mehr geachtet, sondern auch auf andere Elektrogeräte im Haushalt. Der Radio in der Küche zum Beispiel lief oft auch, wenn sich niemand dort befand. Oder man lässt den Wasserhahn laufen, obwohl man das Wasser gerade nicht braucht, wie zum Beispiel beim Zähneputzen. Auf diese Dinge werde ich in Zukunft sicher auch mehr achten.
Ich denke, der Auftrag war wirklich sinnvoll, da er mir mein eigenes Verhalten vor Augen geführt hat. Ich habe viel mehr Acht gegeben und meinen Stromverbrauch dadurch sicherlich reduziert. Auch meine Familie wurde auf positive Weise beeinflusst. Am Ende der Woche lachten sie dann nicht mehr über meine Post-It-Aktion. Sie verstanden dann, was ich damit bezwecken wollte und sahen auch, dass es notwendig gewesen war.
Donnerstag, 12. März 2009
4. Auftrag: „Post-it-Zettel“ an der Zimmertüre!
Ich habe den Post-it-Zettel mit der Aufschrift „achtsam wahrnehmen, achtsam leben!“ an meiner Zimmertüre befestigt, damit ich ihn jedes Mal, wenn ich in mein Zimmer gehe oder es verlasse, sehen kann.
Ich habe mir in der vergangenen Woche intensiv Gedanken über Abfallvermeidung, -verminderung und effiziente Abfallentsorgung gemacht. In diesem Post möchte ich meine Gedanken zu meinem Beitrag für eine effiziente Abfallentsorgung darlegen. Bisher habe ich darauf kaum bzw. zu wenig geachtet. In der Schweiz ist man heute angehalten den Abfall zu trennen. Küchenabfälle, Glas, Alu, Metall, Kunststoffe, Pet-Flaschen etc. werden separat gesammelt und entsorgt. Der damit verbundene, ziemlich grosse Aufwand verleitet oft zu gedankenlosem Verhalten. Garagen werden zu Zwischenlagern von Abfall, die immer wieder mit grosser Mühe abgebaut werden müssen. Viel einfacher kann das vor sich gehen, wenn der Abfall fortlaufend entsorgt wird.
Beim Kompostieren der Küchenabfälle funktioniert das fast automatisch, weil niemand verfaulende Dinge sammeln will. In unserem Wohnquartier unterhält ein Verein eine solche Kompostierungsanlage, welche aber lange nicht von allen Quartierbewohnern genutzt wird. Meine Mutter bringt ab und an unseren Küchenabfall dort hin. Ich habe diese Woche zwei Mal versucht sie dabei zu entlasten, da ich oft daran vorbeigehe.
Auch beim Glas und Metall habe ich versucht meine Mutter zu unterstützen, indem ich fortlaufend Gläser und Metalle in die Container neben dem Bahnhof geworfen habe. Denn beim Glas- und Metallcontainern lief ich bisher täglich mit leeren Händen vorbei. Somit sammeln sich in unserer Garage nicht unnötige Glas- und Metallberge, die dann zu separaten Autofahrten und einem unnötigen CO2-Ausstoss verleiten. Gerade, wenn man die Gelegenheit hat täglich kleine Abfallmengen zu entsorgen, ist es gut möglich Wochenendstress mit zusätzlichen Autofahrten zu vermeiden. Somit entlastet man die Umwelt und auch sich selbst. Man trägt so mit ganz kleinen Änderungen, welche weder viel Zeit noch grosse Anstrengungen fordern, zu einer nachhaltigen Entwicklung des eigenen Verhaltens bei.
Erwähnt sei noch, dass ein zu schwerfälliges Abfallmanagement im Haushalt dazu verführen könnte, weniger gründlich getrennt zu entsorgen.
Im Haushalt ist es unterdessen eine Selbstverständlichkeit Pet-Flaschen zu sammeln und zurückzubringen. Bei den kleinen Flaschen, die man unterwegs mitnimmt, neigt fast jede Person dazu, diese in einen „normalen“ Abfalleimer zu werfen. Auch ich neigte bisher gelegentlich dazu Pet-Flaschen „einfach“ zu entsorgen. Da jedoch sowohl an der PHSG, als auch in vielen Bahnhöfen spezielle Sammelbehälter für Pet-Flaschen zur Verfügung stehen, könnte auch dieser Beitrag zur Nachhaltigkeit ohne grosse Anstrengung geleistet werden. Darauf werde ich künftig, auch wenn kein Sammelbehälter in der Nähe steht, achten.
Post-it-Memory
So achtete ich nach dem Duschen explizit darauf, den Wasserhahn ganz zuzudrehen und ich duschte auch nicht ganz so lange wie an anderen Tagen. Zudem stellte ich das Wasser ab, während dem Einseifen. Wasser gehört für uns zu einem selbstverständlichen Gut und ich machte mir Gedanken wie es wäre, wenn uns Wasser nicht mehr so frei zur Verfügung stehen würde.
Im Bundeslager Contura 08 erlebte ich, was es heisst, zwei Wochen lang keine Dusche zur Verfügung zu haben. Wasser mussten wir uns jeweils an einer gemeinsamen Waschstelle besorgen. Obwohl es im Vergleich zu Entwicklungsländern immer noch sehr komfortabel war, stellte man den eigenen Wasserverbrauch trotzdem stark um, da man nicht ständig die körperlichen Mühen auf sich nehmen wollte, um das Wasser ins Lager schleppen zu müssen.
Es zeigte sich, dass es plötzlich sehr gut ging, mit deutlich weniger Wasser auszukommen.
Dies nahm ich mir aufgrund des Post-it Zettelchen diese Woche auch vermehrt vor und so achtete ich darauf, meinen Wasserverbrauch wieder etwas zu verringern.
Ich drehte beispielsweise den Wasserhahn beim Händewaschen nur sehr gering auf und stellte ihn während dem Rasieren und Zähneputzen sogar ganz ab.
Ich habe mir diese Woche wirklich nochmals klar bewusst gemacht, dass es mit einem geringeren Wasserverbrauch genauso gut geht, man muss nur wollen und sich dies immer wieder bewusst werden. Vielfach ist es bequemer den Wasserhahn einfach laufen zu lassen, doch wenn man daran denkt, dass es enorm viel Energie braucht um dieses "Abwasser" -was ja eigentlich gar nicht schmutzig ist- aufzubereiten, muss man sich schon hinterfragen. Man verliert ja durch Abschalten eigentlich kaum Zeit. Es ist lediglich das Umstellen von Gewohnheiten.
Meine „nachhaltige“ Woche
Auch am Dienstag erinnerte mich mein gelbes Zettelchen an die Nachhaltigkeit. Nach der Pause in der Mensa, lief ich mit meinem leeren PET-Fläschchen auf den Papierkorb zu und wollte das Fläschchen schon hineinlegen, als mir auf einmal bewusst wurde, dass PET ja eigentlich wirklich nicht in den Papierkorb gehört. Ich drehte mich um und entdeckte neben der Tür eine PET-Sammelbox, die mir vorhin noch gar nie aufgefallen war. So warf ich mein Fläschchen schlussendlich in diese Sammelbox.
Mittwochs ist jeweils mein freier Tag. In letzter Zeit ist „frei“ jedoch das falsche Wort: Arbeiten an der Bachelorarbeit ist angesagt. Dieser Mittwoch hatte ich mir vorgenommen, meinen Theorieteil zu überarbeiten. So sass ich bereits 3 Stunden am Computer, als mir in den Sinn kam, dass ich noch etwas für das Wochenende einkaufen musste. Wenn ich normalerweise nur für 1 Stunde aus dem Haus muss, lasse ich den Computer einfach laufen. Wenn ich ehrlich bin, tue ich dies wohl aus Faulheit und Ungeduld, da ich anschliessend, wenn ich zurückkomme, nicht 3 Minuten warten möchte, bis der Computer alle Programme wieder hochgefahren hat. Doch ein Blick an meine Zimmertür und ich dachte mir: PC abstellen!
Es ist schon unglaublich, was einem alles für Gedanken zur Nachhaltigkeit kommen, wenn man sich wirklich einmal damit befasst und seinen Alltag bewusst wahrnimmt. Ich fand das „Experiment“ bis jetzt interessant und hoffe, dass ich meine „nachhaltigen“ Vorsätze auch weiterhin umsetzen kann.
Mittwoch, 11. März 2009
Auftrag Woche 11
Sobald ich den Zettel geschrieben und hingeklebt hatte, musste ich mich auch schon wieder auf den Weg machen. Mein Freund und ich wollten an diesem Abend ins Alpamare gehen. Während dem ich meine Sporttasche packte, streifte mein Blick den gelben Post - it Zettel. Da kam mir die Idee, den heutigen Besuch im Alpamare besonders aufmerksam und achtsam wahrzunehmen. Ich war gespannt, ob ich dabei neue Erkenntnisse und Eindrücke erfahren werde, obwohl ich schon seit meiner Kindheit ein bis zweimal im Jahr nach Pfäffikon ins Alpamare fahre.
Nach circa 15 Minuten Fahrt mit dem Auto, kamen wir auf dem Parkplatz vom Alpamare an. Ein kräftiger und eisig kalter Windstoss stiess uns entgegen. Im Gebäude angekommen, wurden wir zum Glück von einer warmen, angenehmen Lufttemperatur empfangen. Sogleich kam mir der Gedanke, wieviel Energie wohl notwendig ist, damit ein solcher Temperaturunterschied hergestellt werden kann. Nachdem wir uns umgezogen hatten, machten wir uns direkt auf den Weg in die Jod-Sole Therme. Auf einem Schild, das über dem Eingang hing, konnte ich lesen, dass die Wassertemperatur 36° beträgt. Dies ist eine enorm hohe Temperatur, vorallem wenn man bedenkt, dass es sich hier um ein Bad im Aussenbereich handelt. Währenddem ich durch das wunderbar angenehm warme Wasser ging, versuchte ich mir eine Vorstellung von der Energiemenge zu machen, die notwendig ist um das Wasser konstant auf dieser Temperatur zu halten.
In der Therme befanden sich circa 40 Personen, "wow, da kommen aber ganz schön viele Menschen an einem Tag zusammen", sagte ich zu meinem Freund. Damit die Wasserqualität trotzdem gewährleistet werden kann, ist es sicherlich notwendig, das Wasser jeden Tag gründlich zu reinigen. "Dazu ist nochmals eine grosse Portion an Energie notwendig", überlegte ich mir. Nach einem Rundgang durch die Therme, fanden wir einen Platz in einem Whirpool. Die Massagedüsen lockerten unsere Muskeln mit einem kräftigen Strahl. Und schon war er wieder da, mein Gedanke an den Energieverbrauch. Allein in der Jod-Sole Therme befinden sich circa 3 Whirlpoolanlagen und diverse Einzeldüsen. Damit diese betrieben werden können, muss nochmals ein enormer Energieaufwand geleistet werden.
Nachdem wir die Therme verliessen, war ich überwältigt davon, wie hoch der Energieverbrauch pro Tag wohl sein muss, um nur diesen einen Teil vom Alpamare betreiben zu können. Da kam mir der Eintrittspreis von 30.- plötzlich nicht mehr so hoch vor, wie es bis anhin der Fall war. Trotzdem lies mich der Gedanke an den Energieverbrauch im Alpamare nicht los. So recherchierte ich im Internet und stiess dabei auf die Homepage vom Alpamare. Hier konnte ich erfahren, dass der Energieverbrauch seit der Inbetriebnahme im Jahre 1977 stabil geblieben ist, obwohl das Alpamare um diverse Bahnen und Bäder erweitert wurde. Diese Tatsache hat mich sehr erfreut, weil die Betreiber entscheidende Investitionen in Rückgewinnungkomponenten nicht gescheut haben, und so einen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung leisten.
Dienstag, 10. März 2009
Weiter so!
Vielfältig möglich geworden ist dies auch durch das Ansprechen verschiedener Themen, auch wenn es teilweise sehr bekannte Themen sind, die Sie aufgreifen. Ich denke aber auch, dass man durch das "Durchdenken" von bekannten Themenkreisen immer weitere Kreise ziehen kann und so auch die Informationen immer detaillierter werden, so wie ich dies in manchen Posts auch wahrgenommen habe.
Einige der von Ihnen beschriebenen Zeitungsartikel hatte ich selber auch schon gelesen; es ist erstaunlich, wie viele Artikel gefunden werden – m.E. nach sind die Aufarbeitungen auf einem adäquaten Niveau, auch wenn, soweit meine Interpretation, doch einige Posts dazu knapp gehalten waren.
Grundsätzlich geht es uns nicht darum, Sie zu kontrollieren, sondern mehr darum, anzuregen – dies zum Ausdruck gekommen Ihrerseits durch das Formulieren von Verbesserungspotentialen und Begründungen von eigenen Entscheidungen.
Weiter so!
M. Obendrauf / 10.3.09
Auftrag 4. Woche
Wie der Titel bereits verrät haben wir den Zettel mit der Aufschrift "Achtsam wahrnehmen, achtsam leben" in der WG beim WC aufgehängt. Zu Beginn war das Ganze ziemlich komisch, da man jedes Mal, wenn man im Bad war, sofort diesem Zettel gesehen hat. Mit der Zeit habe ich mir dann doch Gedanken gemacht. Diese Gedanken waren zuerst noch ziemlich unpraktisch. So habe ich mir zum Beispiel überlegt, wie man Vorgänge zu Gunsten der Umwelt und der Natur ändern könnte. Nach einiger Zeit, wurden meine Gedanken dann doch realistischer und klarer. Nach dem Seminar am Montag habe ich begonnen, Abläufe und Systeme aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten. Hierzu möchte ich einen solchen Gedankengang anführen:
Ich habe mir ein solches System zurechtgelegt, indem ich über die Zahnbürstenherstellung nachgedacht habe. Meiner Ansicht nach sind Zanhbürsten für solche Überlegungen gut geeignet, da sie viele verschiedene Merkmale aufweisen. Zum Einen müssen sie, wie alle anderen Produkte auch, einen Herstellungsprozess durchlaufen, zum Anderen kommt bei den Zahnbürsten ein zweiter Faktor hinzu, nämlich die Werbung und das Wettrüsten mit allen anderen Zahnbürstenherstellern. Ich habe mich durch das System Zahnbürste hindurchgedacht und versucht, mir jeden Schritt aus der dazugehörigen Perspektive vorzustellen. Als ich mir so meine Gedanken dazu gemacht habe, bin ich auf die Idee gekommen, wie es wohl aussehen würde, wenn ich in diesem System eine Variable ändern würde, also habe ich wieder von vorne begonnen, jedoch in der Annahme, dass gerade eine Weltwirtschaftskrise herrschen würde und die Produktionskosten einer Zanhbürste aufgrund der teuren Rohstoffe drei bis vier mal teurer wären. Dies würde sehr viel nach sich ziehen, unter anderem würden die Unternehmen wenig Geld zur Verfügung haben, da ihre Kunden nicht mehr die teuren Luxusprodukte kaufen, sondern die billigeren Handzahnbürsten verwenden würden. Dies würde dann zu einer Abnahme der Werbeintensität und folglich zum Verlust der Konkurrenzfähigkeit führen. Dies wiederum senkt das Einkommen abermals, was sich dann mit der Zeit auf die Löhne der Angestellten, resp. deren Arbeitsplätze auswirken wird, doch zuvor wird das Unternehmen nicht rendierende Modelle vom Markt nehmen müssen, um Kosten einzusparen. Schlussendlich läuft es darauf hinaus, dass im System ein Ungleichgewicht entsteht, welches nicht wieder rückgängig gemacht werden kann, selbst wenn sich die Wirtschaft und die Herstellungskosten wieder normalisieren würden.
Das Lustige an diesem Gedankengang ist, dass es aus wirtschaftlicher Sicht keine Rolle spielt, wie die einzelnen Akteure das Geschehen betrachten. Das Einzige worauf es ankommt sind die Entscheidungen, die man zur richtigen Zeit am richtigen Ort treffen muss.
Ich habe mir das selbe Beispiel weiter durchdacht und habe dabei ganz andere Variablen geändert, so habe ich zum Beispiel Streiks eingebaut oder ich habe eine gesetzlich verordnete Umweltsteuer erhoben usw. Es war zum Teil recht lustig dieses eine Beispiel aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten und als Teil dieses Systems zu agieren.